Topf und Deckl

Ein Reis(e)block

HAWAII

Im Land der überdimensionierten Pflanzen und Wellen.


Workaway und Puna

Mitte Jänner 2024. „Wo simma da nur gelandet?“

Müde davon, nach nur jeweils 2-3 Nächten unseren Rucksack jedes Mal erneut zu packen und weiterzuziehen, können wir es kaum erwarten, die nächsten dreieinhalb Wochen unser Lager an einem fixen Standort aufzuschlagen. Nach einer Zeitreise, bei der wir am 10. Jänner zu Mittag vom Flughafen Ho Chi Minh abreisen, um 2 Flüge und 16 Stunden später am 10. Jänner vormittags in Honolulu zu landen, lassen wir die Insel O’ahu erstmal aus und fliegen direkt nach Hawai’i – auch Big Island genannt – weiter. In Hilo angekommen und auf die Abholung durch unsere Workaway-Gastgeberin Porter wartend, spazieren wir ein wenig durch die „Stadt“. Nach Wolkenkratzern, Mopedrauschen und Unmengen an Beton zu allen Seiten an unseren letzten Tagen in Vietnam fühlt sich die Hauptstadt der Insel, wo kein Gebäude höher als 2 Stockwer ist, kein Auto schneller als 20km/h fährt, Hupen verpönt ist, und der Bauernmarkt nicht mehr als 20 Aussteller:innen mit frischem Obst und Gemüse, Kräuterölen, Batikbekleidung und Hippie-Accessoires umfasst, zuerst einmal etwas befremdlich an. Oder sind es vielleicht doch all die in Regenbogenfarben getunkten Geschäfte und Straßenkünstler:innen, das Angebot diverser Heiler:innen und Hellseher:innen, die Grasgerüche, oder die Menschen, die sich hier im direkten Vergleich nahezu in Zeitlupe und mit umarmenden Vibes durch die Straßen bewegen. Als wir uns zwei der billigsten Eiskaffees bestellen, die so viel kosten wie in Vietnam Eiskaffees für eine 12-köpfige Familie, setzen wir uns erst mal nieder, um das kleine Städtchen auf uns wirken zu lassen. Keine Minute später sitzt bereits ein Ortsansässiger an unserem Tischchen, erzählt uns von seiner spirituellen Verbundenheit mit der Insel, und verlässt uns nach einer halben Stunde mit der in seiner Geschichte mehrmals eingebauten Botschaft: „Be careful, what you wish for on this island. It might get true sooner than you want.“ Nicht ganz sicher, ob es eine Warnung oder ein positives Zeichen sein soll, und ob wir es mit purer Magie oder eine Psychose zu tun haben, tauschen wir dennoch unsere Facebook-Kontakte aus. Wir merken außerdem gleich und bekommen es später noch bestätigt: Wir sind an einem Ort fernab von gratis WIFI-Zugängen und QR-Codes für das Auffinden von Websites zu Orten und Veranstaltungen gelandet. Hier kommuniziert man vielmehr mit Flugzetteln an Pinnwänden und lebt in kleinen Communities, wo es für jeden Spezialfall jemanden gibt.

Am frühen Abend werden wir schließlich von Porter empfangen und fahren von Hilo aus 1 Stunde Richtung Süden in die Region Puna. Unser Domizil für die nächsten Wochen ist ein Holzhaus an der Ostküste südlich von Pahoa, das relativ abgelegen in einer 35-Haus-kleinen Siedlung inmitten eines tropischen Dschungels steht. Weiters dient das Haus ungefähr 953 Kakerlaken und Käfern, mehreren kleinen Echsen und Geckos sowie unzähligen anderen surrenden und krabbelnden Spezies als temporäre Herberge. Zwischen Dschungel und Haus drängen sich auf Porters Grundstück noch einige kolossale Kokosnusspalmen, Mango-, Avocado-, Papaya-, Brotfrucht-, Sternfrucht-, Zitronen- und Orangenbäume sowie Passionsfruchtkletterpflanzen, von denen wir täglich Früchte für unsere Mahlzeiten pflücken. Außerdem erstreckt sich hinter dem fruchtbaren Garten, dessen Wachstum im Übrigen keinerlei menschliches Zutun verlangt, auch noch ein großes Stück Wald, auf dem es einige Wildschweine gibt, die nachts ganz gerne mal das Grundstück aufwühlen.

Der Deal mit Porter sieht folgendermaßen aus: Für Kost und Logis helfen wir ihr zwischen 20 und 25 Stunden pro Woche mit dem Haushalt, der Pflege ihres Grundstücks, mit der Betreuung ihrer Kinder Eureka und Bhumi sowie mit der Versorgung von Hund Paipai und Katze Pizzalani. Wie wir in den folgenden Wochen dann erfahren, bedeutet dies etwas konkreter gesagt, Kakerlaken auszusiedeln, Chaos zu beseitigen und Porters Messie-Dasein ein wenig entgegenzuwirken, kranke Palmen zu entwurzeln, dem Rasen eine neue Frisur zu verpassen, das viele frische Obst und Gemüse zu Abendessen zu verarbeiten, mit den Kindern Tuchakrobatiktricks oder Lesen üben, die Kinder von der Schule zum Tennis zu bringen, mit Paipai über die Lavaküste zu hetzen und zu versuchen, die Tricks von Pizzalani zu durchschauen, wenn sie wieder mal versucht, alle Hausbewohner:innen davon zu überzeugen, dass sie heute noch nicht ihre Portion Katzenfutter bekommen hat.

Unser Zimmer ist im Grunde eine Veranda, die von zwei Holzwänden und zwei etwas in die Jahre gekommenen Moskitogittern begrenzt ist. Doch nicht nur unser Zimmer ist stets direkt mit der Natur verbunden – das gesamte Haus verfügt im Grunde über keinen einzigen Raum, der vollständig geschlossen ist. Die Ventilatoren laufen hier Tag und Nacht, damit sich die Feuchtigkeit nirgends festsetzen kann. Für unser akustisches Betthupferl die nächsten Wochen sorgen Coqui-Frösche, die mit einer Maximalgröße von einer Daumenkuppe ihre durchaus spannende Kommunikation selbst durch die dichtesten Ohrstöpsel transportieren können.

Doch die magische Nachtmusik ist nur der Anfang. Was wir hier weiterhin noch erleben dürfen, ist nur schwer in Worte oder Bilder zu fassen. Auf unseren Spaziergängen mit Paipai bringen uns Monstermonsteras und andere Kletterpflanzen, die sich an Palmen und Bäumen nach oben ranken, dazu, uns wie zwei Hans-Guck-in-die-Lufts von Paipai zur Küste ziehen zu lassen, wo wir schließlich über unfassbar schöne Formationen und Formen ehemaliger Lavaflüsse spazieren, und dabei dem wilden Toben des Meeres zuhören, das unter bunt leuchtenden Wolken mit jeder Welle höhere Wasserfontänen an das Lavakliff klatscht. Von der von allen Seiten auf uns einwirkenden Naturgewalt überwältigt und das Farbenspiel der Wolken über dem Meer beobachtend, sehen wir bereits an Tag 2 plötzlich den Blas eines Wales und 2 Sekunden später noch die dazugehörige Schwanzflosse. Wir können es kaum glauben. Es drückt uns Pipi in die Augen. Überzeugt davon, dass es hierfür auf Hawaii wohl kaum noch eine Steigerung geben kann, gehen wir an einen anderem Tag zum ersten Mal an den schwarzen Strand, der nur 5 Gehminuten von unserem Haus entfernt liegt und für den laut unserer Gastgeberin gilt: „Clothing optional“. Und wir merken gleich, dass man auf dieser Insel nicht nur der Natur einräumt, so zu wachsen und zu gedeihen, wie sie möchte, sondern auch den Menschen. Wir suchen uns ein Plätzchen zwischen nackten und bekleideten Menschen, von denen sich manche mit dem Bodyboard auf die nächste Welle vorbereiten, andere mit Regenbogenfahnen ekstatischen über den Lavasand tänzeln, wieder andere sich ihre Schnorchelausrüstung anlegen und wieder andere mit Yogaposen oder einem breiten Stand und offenen Armen minutenlang das Meer begrüßen, empfangen oder in sich aufnehmen. Zum Plantschen ist das Meer aber keinesfalls geeignet – wenn man hier eine kühle Erfrischung genießen möchte, muss man das Meer zuerst mal eine Zeitlang gut beobachten und sich dann bei schwächeren Wellen fest entschlossen in die Fluten hauen. Das Schwimmen ist kräfteraubend, aber jede 6. oder 7. Welle ist so groß, dass sie uns eineinhalb bis zwei Meter erhebt. Und das – so scheint uns – nicht nur körperlich… Die Kraft des Meeres so unmittelbar miterleben zu dürfen, erfüllt uns erneut mit unglaublicher Dankbarkeit für diese Reise. Ein Gefühl, dass in nahezu jedem Winkel von Hawaii für die Zeit unseres Workaway-Aufenthalts ein ständiger Begleiter bleibt.

Szenenwechsel. Szenenwechsel.
Kalua Pig und Mango Coleslaw. Kalua Pig und Mango Coleslaw.
Unsere Hütte. Unsere Hütte.
Aloha! Aloha!
Unser Gefährt(e). Unser Gefährt(e).
Paipai. Paipai.
Pizzalani. Pizzalani.
Konzertmeister. Konzertmeister.
Geckolele. Geckolele.
Oinki und Stinki. Oinki und Stinki.
Grün grün grün. Grün grün grün.
Spazieren mit Paipai. Spazieren mit Paipai.
Ob morgens. Ob morgens.
Oder abends. Oder abends.
Nachbarschaft. Nachbarschaft.
Architekturstunde. Architekturstunde.
Familytime. Familytime.
Kalapana. Kalapana.
Pahoa. Pahoa.
Poke Bowl. Poke Bowl.
Beachtime. Beachtime.
Pohiki. Pohiki.
Kurzer Stop. Kurzer Stop.
Lavafelder in Kalapana. Lavafelder in Kalapana.
Lili'oukalani Lili'oukalani
Wolkolele. Wolkolele.
Lava Tree Park. Lava Tree Park.
Wolfsmond. Wolfsmond.
Freizeit. Freizeit.
Fiesta Mexicana. Fiesta Mexicana.

Big Island (Hawai’i)

Ende Jänner & Anfang Februar 2024. „Boah, geil. Hast des g’sehen?“

In der Mitte unseres dreieinhalb-wöchigen Aufenthalts spähen wir dann erstmalig über die Grenzen Punas hinaus. Wir starten mit einem Mietauto an der Ostküste in Hilo und fahren zuerst einmal durch die Mitte der Insel, wo sich sanfte, steppenartig bewachsene und dunkelrot leuchtende Vulkanhügel über das Land erstrecken. Nach nur einer Stunde Autofahrt verändert sich das Landschaftsbild bereits zum ersten Mal und die nun bräunlichen Hügel gehen in ein zartes Blassgrün über, in das sich Brockenlava-Abschnitte mischen, die schön langsam wieder zum Nährboden für vielerlei kleinere Pflanzen werden. An der Westküste angekommen, befinden wir uns direkt in der zweitgrößten Stadt der Insel: Kailua-Kona. Wir stellen fest: Während der Osten eher den Hippie-Communities vorbehalten ist, scheint der Westen wohl die noblere Gegend zu sein. Nach einem kleinen Picknick in einem der vielen öffentlich zugänglichen Parks an der Küste, wo wir ein paar Surfer:innen beobachten, bewegen wir uns Richtung Süden weiter, um uns dort auf den Captain-Cook-Trail zu begeben. Aufgrund der vielen entgegenkommenden, keuchenden und hochroten Gesichter kehren wir aber nach einer Stunde am halben Weg wieder um. So sehr, dass wir ganz darauf vergessen würden, wie ungern wir wandern, fesselt uns der Trail dann doch nicht.

An der Küste entlang, und durch Monstera-gesäumte Straßen, die sich kurz darauf in Lavalandschaften verwandeln, fahren wir zur unserer Unterkunft in South Point. Das günstigste Quartier für diese Nacht auf der ganzen Insel ist eine kleine Holzhütte, die nahezu vom französischen Doppelbett gesprengt wird. Der Preis: 96 Euro. Und nein, weder eine frühzeitige Buchung oder weniger Nachfrage hätte zu einem niedrigeren Preis geführt – für die Amerikaner:innen ist das hier ernsthaft ein Schnäppchen, während es uns ein bisschen zwickt. Günstiger Reisen kann man auf Hawaii nur mit dem Zelt, wobei man dafür – sofern man sich frühzeitig für eine Genehmigung registriert hat – 30 Euro in den öffentlichen Parks bezahlt; oder ungefähr 60 Euro auf privaten Campingplätzen. Und das im Übrigen auf der günstigsten Insel! Etwas hin- und hergerissen zwischen Hunger und Sonnenuntergang entscheiden wir uns schließlich an den südlichsten Punkt zu fahren. Absolut richtige Entscheidung. Denn wie so oft in Hawaii erwartet uns wieder mal ein wunderschöner Ort. Bis die Sonne wirklich im Meer verschwindet, hat Matthias dann sogar komplett auf den zuvor anvisierten Hotdog vergessen.

Am nächsten Tag quatschen wir beim Frühstückskaffee noch eine Weile mit einer seit vielen Jahren auf Hawaii lebenden Angestellten über die finanziellen Schwierigkeiten der hawaiianischen Bevölkerung und die maßlose und alles zerstörende Gier von Investor:innen, und erfahren dabei unter anderem, dass sie kürzlich von einer Statistik gehört habe, der zufolge jeden Tag 30 Menschen Hawaii für immer verlassen (müssen!), weil sie es sich nicht mehr leisten können, hier zu leben. Wenig überraschend, denn ohne unserem Workaway-Arrangement wären wir aus finanziellen Gründen bestimmt schon nach 10 Tagen wieder abgereist. Etwas bedrückt, aber auch mit guten Empfehlungen für unser Tagesprogramm, machen wir uns auf nach Naalehu, um dort in amerikanischer Manier mind. 3000 Kalorien in Form von Malasadas zu frühstücken. Mit leichter Übelkeit geht’s anschließend an den Strand Po’onalehu, wo wir einer gestrandeten Meeresschildkröte dabei zusehen, wie sie auf die richtige Welle wartet, die sie zwischen den Lavaformationen wieder hinausspülen soll, und entdecken wenig später noch zwei weitere Riesenschildis, die sich im Lavasand sonnen. Von hier aus hätten wir nun im Grunde auch direkt nach Volcano auf der Ostseite weiterfahren können, um dort den Nationalpark zu besuchen. Das heben wir uns aber für ein anderes Mal auf, da sich dies gut für einen Tagesausflug von unserer Workaway-Unterkunft eignet.

Es geht also der Westküste entlang zurück in den Norden, wo unser nächstes Ziel ein Nationalpark in Captain Cook ist. Aufgrund von Sturmwarnungen haben jedoch alle küstennahen Parks geschlossen und wir müssen auf diesen Programmpunkt verzichten, auf den wir uns auf unserer Inseltour eigentlich fast am meisten gefreut hatten, weil wir hier endlich noch mehr über die hawaiianische Kultur hätten lernen können. Durch die tiefe Verbundenheit mit der Natur, die auch für uns mit jedem Tag spürbarer wird, fragen selbst wir – die ja eigentlich nicht allzu viel mit der hawaiianischen Mythologie am Hut haben – uns schließlich, ob wir Pele (die Vulkan- und Feuergöttin) möglicherweise verärgert haben. Denn ein paar Tage zuvor hatten wir uns ein paar Lavasteine in den Rucksack gepackt, danach aber erfahren, dass es ein absolutes No-Go sei, da in der hawaiianischen Tradition jedes Stückchen Vulkangestein ein Teil von Pele Körpers ist, den man natürlich nicht über die Welt verteilen soll. Später in der Workaway-Unterkunft legen wir die Steine daher beschämt in Porters Garten, um sie auf der Insel zu lassen und am Ende nicht noch wirklich Peles Unmut auf uns zu ziehen. Wir fahren also an Kailua vorbei noch weiter hinauf in den Norden, wo sich das Landschaftsbild zum gefühlt hundertsten Mal verändert und uns aus dem Augenwinkel am Meer zu beobachtende Wasserfontänen zum Anhalten bringen. Man muss sich hier schon sehr bemühen, um keinen Wal zu erblicken. Überrascht stellen wir fest, dass es uns wie beim ersten Mal immer noch ergreift, wenn wir Wale sichten – und das selbst aus der Ferne.

Unser Weg Richtung Norden geht nun aufwärts, wird grüner und viele bunte kleine Holzhäuser säumen den Straßenrand. Nach einem Zwischenstopp in Hawi – einem Ort, der uns an einen etwas bunteren, aber adäquat ausgestorbenen Western-Schauplatz erinnert, machen wir uns zur nächsten Unterkunft auf. Der Weg dorthin bringt uns durch eine wieder neue Landschaft, die sich diesmal sogar ein bisschen wie zuhause anfühlt: saftige Almhügel, die im Farbenspiel des Sonnenuntergangs kräftig leuchten. Matthias hat das Gefühl, seinen Lieblingsort gefunden zu haben – vor allem wegen der frischen und trockeneren Luft, die seinen Schweißdrüsen dort eine kleine Auszeit gönnt. Nach einem Stopp zum Bestaunen des Sonnenuntergangs, hauen wir uns wie am Tag zuvor das einzig Leistbare – hawaiianisches Fastfood – rein und fallen in Waipi’o dann in unser Bett. Um jedoch kein Heimweh nach Puna zu bekommen, quietschen die Coquifrösche auch hier durch die (seit 2 Wochen erstmals) soliden Wände hindurch.

An unserem letzten Tag wundern wir uns beim Frühstück noch einmal über zwei stereotype obstfremde Amerikanerinnen in unserer Unterkunft – eine Oma mit ihrer 27-Jährigen Enkelin, die offensichtlich zum ersten Mal in ihrem Leben eine Mango essen und überlegen, was das Harte in der Mitte sein könnte – und ziehen anschließend von einem Aussichtspunkt und Wasserfall zum nächsten bis wir wieder zurück in Hilo sind. Nach der (zwar noch nicht ganz vollständigen) Inseltour können wir glücklich und zufrieden sagen, dass wir in Puna wirklich einen der schönsten Plätze auf Big Island erwischt haben.

Um die Inseltour komplett zu machen und in der Hoffnung, dass die Prophezeiungen vieler Bekanntschaften aus unserer temporären Gemeinde hinsichtlich einer baldigen Vulkanaktivität wahr werden könnten, machen wir eine Woche später auch noch einen Ausflug nach Volcano. Auch wenn uns die Parkwächterin dort erzählt, dass auf alle Fälle etwas vor sich ginge, da in den letzten 48 Stunden 72 kleine Erdbeben aufgezeichnet wurden, gibt es während unseres Parkbesuchs dann aber leider doch keine Lavaspeiberei. Wir hätten uns natürlich am liebsten einen blubbernden Lavasee angesehen, sind aber trotzdem von der Größe des Kraters beeindruckt. So wird unsere Kratertour dann eben nur ein von Dampf begleiteter Fußmarsch. Unser Nationalparkticket ist aber jedenfalls noch 7 Tage gültig und genauso lange verweilen wir noch auf der Insel. Also wer weiß, vielleicht werden wir noch Zeugen eines kleineren Naturspektakels.

Doch auch ohne Vulkanaktivität sind wir wirklich unglaublich glücklich, dass wir durch unseren Workaway-Deal so lange ein Teil dieser Insel sein durften und sie dadurch auch so nahe und ohne touristischen Filter kennenlernen durften. Ein Gefühl, das uns auf Big Island fortwährend begleitet hat, war vor allem ein Gefühl der Demut, hervorgerufen durch die stetige Präsenz der Natur sowie ihrer Gewalt – sei es in Form von mächtigen Wellen, die die Küste formen, überdimensionierten Pflanzen, die alles be- und durchwuchern, oder Vulkanen, die jederzeit das vom Menschen besiedelte Land wieder zu neuem Boden für die Natur machen können. Danke, Hawaii, für diese Erfahrung!

Aloha State. Aloha State.
Ab durch die Mitte. Ab durch die Mitte.
Auf den Spuren von Captain James Cook. Auf den Spuren von Captain James Cook.
Wo ist das verdammte Monument? Wo ist das verdammte Monument?
A'a-Lava. A'a-Lava.
Richtung South Point. Richtung South Point.
Kurz vor Sonnenuntergang. Kurz vor Sonnenuntergang.
Naturgewalten. Naturgewalten.
Huuunger! Huuunger!
L&L Hawaiian Barbeque. L&L Hawaiian Barbeque.
Pork LauLau & Mac Salad plus ein klassischer Cheeseburger für 20 Dollar. Pork LauLau & Mac Salad plus ein klassischer Cheeseburger für 20 Dollar.
Kaffeetscherl in der Piratenküche. Kaffeetscherl in der Piratenküche.
Unsre Hütte auf einer Obstfarm. Unsre Hütte auf einer Obstfarm.
Frühstück zum (wieder) Niederlegen. Frühstück zum (wieder) Niederlegen.
Uuund hopp. Uuund hopp.
Ab in den Norden. Ab in den Norden.
Hawaiianische Kultur. Hawaiianische Kultur.
Two Step Beach. Two Step Beach.
Routenplanung. Routenplanung.
Spam Musubi & Moco Loco. Spam Musubi & Moco Loco.
Landschaftswechsel #1000. Landschaftswechsel #1000.
Mein Schaatz? Mein Schaatz?
Whale Watching. Whale Watching.
Howdy Cowboy. Howdy Cowboy.
Alles neu macht der Norden. Alles neu macht der Norden.
Ist die Sonne weg ist, essen wir zwei Dreck :P Ist die Sonne weg ist, essen wir zwei Dreck 😛
Erwachen im Waipi'o Valley. Erwachen im Waipi'o Valley.
Frühstück besorgen. Frühstück besorgen.
Fastfood-Alternative. Fastfood-Alternative.
Waipi'o Valley. Waipi'o Valley.
Nord-Ostküste. Nord-Ostküste.
Monstermonstera. Monstermonstera.
Banyan. Banyan.
Abschlussessen. Abschlussessen.
Cinnabon. Cinnabon.
Downtown. Downtown.
Lili'uokalani Garten. Lili'uokalani Garten.
Fortsetzung der Inseltour. Fortsetzung der Inseltour.
Mauna Loa. Mauna Loa.
Lava Tube. Lava Tube.
Süßer Abschluss. Süßer Abschluss.
Baba Big Island! Baba Big Island!

Maui

Späterer Anfang Februar 2024. „Uiiiiii Waaale, hust hust!“

Während die Wolken über Puna – möglicherweise anlässlich unseres Abschieds – erstmalig richtig dicke Tränen vergießen, schütteln wir die letzten Echsen und Kakerlaken aus unseren Rucksäcken, um unsere Sachen für das bevorstehende 8-tägige Inselhopping zu packen. Unser erstes Ziel ist dabei Maui. Denn die Buchten zwischen Maui und den kleineren Nachbarinseln Moloka’i und Lanai sind besonders beliebt bei Walen, um dort in Ruhe den Nachwuchs zur Welt zu bringen. Nach langer Recherche und vergeblicher Suche nach Unterkünften, die weniger als 300 Dollar pro Nacht kosten, war unsere Lösung für Maui ein Auto mit Zeltdach (natürlich ebenfalls zu übertriebenem Preis). Da man in den günstigeren State Parks leider nur mit Zelt am Boden – und nicht am Fahrzeug – campen darf, haben wir uns für eine Nacht auf Westmaui für schlappe 65 Dollar einen Stellplatz auf einem privaten Campingplatz geleistet und für die anderen beiden Nächte einen Autostellplatz auf einer privaten Wiese für 44 Dollar die Nacht, auf dem es dem Preis entsprechend nur ein Dixieklo und einen Gartenschlauch für eine kalte Dusche gab.

An unseren Reisetagen in Maui befindet sich Matthias leider mehr im Au als im Wow. Und das nicht nur aufgrund einer unangenehmen Erfahrung mit unserem Airbnb-Gastgeber, der sich offensichtlich gerne und skrupellos an Maui-Tourist:innen bereichert, sondern vor allem wegen einer üblen Klimaanlagen-Erkältung. Bei unserer Erkundung Westmauis wissen wir bei der Autofahrt nicht so recht, ob wir den Blick Richtung Berge richten sollen, die sich auf der einen Seite mit sattem Grünbewuchs gen Himmel auffalten, oder doch lieber das Meer zur anderen Seiten beobachten sollen, wo sich offensichtlich einige Wale zusammengetan haben, um eine Wasserfontänenaufführung zu vollziehen. Bei einem Stopp an einem der Aussichtspunkte werden wir dann zudem noch Zeugen von einem Wal, der sich zuerst mehrmals mit nahezu voller Körperlänge aus dem Wasser stemmt, um anschließend kräftigst die Oberfläche zu durchbrechen, und danach noch für längere Zeit mit seinen Seitenflossen abwechselnd über das Wasser klatscht. Glücklich, so etwas beobachten zu dürfen ohne dafür in einen SeaWorld-Park gehen zu müssen, starten wir schließlich in Richtung ‚Road to Hana‘, einer Straße, die uns mit einer Vielzahl von Wasserfällen und einer großartigen Flora erwartet. Zu Beginn dieser Duschungelstraße stoppen wir aber zuerst noch einmal an einem Strand, an dem man angeblich oft Wasserschildkröten begegnen soll, wobei es für uns hier „nur“ Riesenwellen zu beobachten gibt, auf deren Beckenkamm die Gischt kleine Regenbögen zum Vorschein bringt. Gerade als wir auf der Weiterfahrt darüber sprechen, ob nach Big Island die anderen Inseln vielleicht nicht mehr so eine starke Wirkung auf uns haben, eröffnet sich ein kleiner Wald mit Regenbogeneukalypten vor uns. Und schnell merken wir: Auch wenn wir drei dieser bunten Baumexemplare täglich in Porters Garten in Puna bewundern konnten, hält die Faszination immer noch an. Der weitere Weg führt uns durch eine sehr vielfältige Vegetation, die jener auf Big Island sehr ähnlich ist, mit dem kleinen Unterschied, dass wir hier eine Vielzahl von einspurigen Brücken überqueren, die uns meist über die Ausläufer von (mal mehr und mal weniger) wasserreichen Wasserfällen führen, in denen man auch baden kann. Nachdem Matthias aber mittlerweile sogar ein bisschen fiebert, lassen wir das Plantschen aus und versuchen möglichst bald zum Campingplatz zu kommen.

Da unser Auto-Dachzelt nicht wirklich eine heilsame Umgebung bietet, pumpt sich Matthias am nächsten Tag noch einmal mit dem Inhalt unserer Reiseapotheke voll, bevor wir 3000 Höhenmeter zurücklegen, um den Haleakala Nationalpark zu besuchen. Von drei mit dem Auto gut anfahrbaren Aussichtsplattformen aus genießen wir die in diversen Rottönen leuchtenden und Donut-ähnlich erodierten Gesteinsformationen im Vulkankrater. Die Kraterwanderung lassen wir unschweren Herzens aus und gönnen uns aber wie so oft auf unserer Reise wieder einmal einen unglaublich schönen Sonnenuntergang am Gipfel des Haleakala.

Am letzten Tag geben wir nur mehr unser Auto ab, um anschließend nach Kauai weiterzureisen. Am Flughafen in Kahului kommen wir noch mit einem weit über dem Pensionsalter liegenden Angestellten ins Gespräch, der uns von der Zeit vor 1959 erzählt, als es überhaupt keine Straßenbeleuchtungen und trotzdem kaum Unfälle gab, und als die hawaiianische Bevölkerung – und damit auch seine Familie – hier noch viel Land besessen haben und in ihren großen Gärten alles Notwendige für die tägliche Ernährung anbauen konnten, sodass sie nur Reis und Gewürze zukaufen mussten. Für ihn waren dies die „golden olden times of Maui“. Während des Gesprächs wird uns bewusst, wie wenig Kontakt wir während unseres Aufenthalts in Hawaii mit der ursprünglichen hawaiianischen Bevölkerung hatten. Neben den ortsansässigen, aber nicht ursprünglich aus Hawaii stammenden Hippies und Bauern auf Big Island, haben wir hier bisher größtenteils nur Surferboys und -girls, sowie die typisch ausgefressenen Amerikaner:innen und Unmengen an Tourist:innen wahrgenommen. Und natürlich auch noch viele gestrandete Seelen, die einst wohl mit großen Träumen auf eine der Inseln gereist sind, und nun ihr gesamtes Hab und Gut in Einkaufswägen vor sich herschieben und in Zelten am Straßenrand, in den großen Banyanbäumen oder im Eingangsbereich aufgelassener Geschäfte leben. An allen bewohnteren Orten Hawaiis stülpt sich somit leider stets die amerikanische Realität über die von der Natur ausgehende Magie Hawaiis.

Hawaiian Style Hinweisschilder. Hawaiian Style Hinweisschilder.
Zwischenstopp in Honolulu. Zwischenstopp in Honolulu.
Kaanapali Beach. Kaanapali Beach.
Unser Quartier. Unser Quartier.
Frühstück. Frühstück.
Westmaui. Westmaui.
Road to Hana. Road to Hana.
Regenbogeneukalyptus. Regenbogeneukalyptus.
Brückerltime. Brückerltime.
Hamoa Beach. Hamoa Beach.
Wegzehrung. Wegzehrung.
'Ohe'o Gulch. 'Ohe'o Gulch.
Rainbow Islands. Rainbow Islands.
Doppelt hält besser. Doppelt hält besser.
Haleakala Nationalpark. Haleakala Nationalpark.
Sternenwarte. Sternenwarte.
Power Nap. Power Nap.
Zurück unter den Lebenden. Zurück unter den Lebenden.
Schattenwelt. Schattenwelt.
Bergab. Bergab.
Baba Maui. Baba Maui.

Kauai

Noch späterer Anfang Februar 2024. „Kikeriiikiiii!“

Auch für Kauai haben wir auf Porters Anraten bereits frühzeitig mit der Suche nach Campingplätzen angefangen. Denn ein Blick auf Airbnb und Booking.com hat uns verraten, dass dies – zumindest in Hinblick auf die Nächtigungspreise – wohl die teuerste aller Inseln ist: unter 350 Dollar pro Nacht gibt’s hier mal niente. Letzten Endes finden wir dann aber doch noch etwas, was unserem Geldbörserl nicht ganz so weh tut: einen Bungalow auf einem Campingplatz, ohne Strom, mit kalter Außendusche und ohne Bettdecken (!) für 110 Dollar pro Nacht. Dazu leisten wir uns noch ein verhältnismäßig günstiges Mietauto. Denn wie wir bereits auf Big Island herausgefunden haben, ist das öffentliche Bussystem nicht sonderlich verlässlich und bringt einen auch nicht überall hin.

Ungefähr eine Stunde nach unserer Ankunft stellt Matthias bereits fest: „Das ist meine Lieblingsinsel“. Kleiner Spoiler: Für Sabrina bleibt dies bis zum Schluss Big Island, auch wenn Kauai für sie ebenfalls eine vergleichbar angenehme Ruhe ausstrahlt. Interessanterweise erinnert die Vegetation tatsächlich ein wenig an die heimische Natur, nur dass sich die Nadelbäume hier mit Palmen und anderen tropischen Pflanzen durchmischen und jeder Wald an einer Seite an einem Sandstrand andockt. Die Insel, die eigentlich auch Garteninsel genannt wird, taufen wir aber ziemlich schnell in „Rooster Island“ um. Denn ob am Flughafen, am Campingplatz, am Strand, auf den Aussichtsplattformen im Canyon, am Supermarktparkplatz, oder neben dem BBQ-Foodtruck, wo die ausgedienten Ex-Frauen auf glühenden Kohlen brutzeln: der Hahn kräht hier überall und jederzeit.  

Nachdem wir nach unserer bettdeckenlosen ersten Nacht einen Schlafsack von einer Abreisenden geschenkt bekommen, verbringen wir den Vormittag unseres Kurzaufenthalts auf den Anhöhen des beeindruckenden Waimea Canyons im Herzen der Insel. Am Nachmittag fahren wir dann einen Strand bei Poipu an, wo wir zuerst auf der einen Hälfte des Strandes mit schmelzenden Herzen Wasserschildkröten und Mönchsrobben beim Sonnen beobachten, und uns später auf der anderen Hälfte des Strandes zwischen Bodyboarder:innen in die dort anrollenden Riesenwellen hauen.

An unserem zweiten Tag verquatschen wir uns beim Frühstück mit der Managerin des Campingplatzes, die wir vor allem über ihre Wahrnehung zur historisch gewachsenen Dissonanz zwischen der hawaiianischen Bevölkerung und den später angesiedelten Amerikaner:innen ausfragen. Wir erfahren, dass auch hier neben dem Campingplatz viele Einheimische direkt am Strand leben, weil sie sich kein Dach über dem Kopf leisten können, hören aber auch, dass die Einheimischen sehr unzuverlässige Arbeitskräfte sind, die sich oft für die Unmengen an offenen (und leider auch schlecht bezahlten) Arbeitsplätze nicht eignen. Wie uns scheint, keine Grundlage für eine harmonische Zukunft. Die gesellschaftliche Schere noch stärker zum Ausdruck bringt für uns dann die Erkundung des Nordens der Insel. Durch Golfwiesen und nach Reichtum stinkende Wohnviertel mit penibelst manikürten Grünanlagen manövrierend finden wir im Princeville für den Strandzugang nur einen einzigen öffentlichen Parkplatz mit genau 10 Stellplätzen. Ansonsten gibt es hier nur reservierte oder kostenpflichtige Resort- und Hotelparkplätze, während an den Straßenrändern der gesamten Ortschaft Hinweisschilder vor 150-Dollar-Strafen warnen, sollte man hier anhalten oder parken. Wie bei nahezu allen Verbotsschildern schreit uns darunter stets der Satz „It’s the law!“ entgegen.

Nach dieser etwas befremdlichen Durchfahrt durch Nobelortschaften, atmen wir schließlich auf, als wir ein paar Automeilen später wieder in unberührte und naturbelassene Gegenden zurückkehren, wo wir glücklicherweise sofort wieder vergessen, dass wir ja eigentlich in Amerika sind. Es folgt ein Strand auf den anderen folgt, über die sich meist nur wenige Menschen verteilen, da hier ein vergnügliches Baden nicht wirklich möglich ist und somit nur eine Handvoll versierter Surfer den Kampf mit den Wellen auf sich nehmen. Etwas beplantschter sind dafür die vielen ruhigen Flussbecken, die sich teilweise den Strand mit dem Meer teilen und an denen auch Matthias sich abkühlt, während es Frierheini Sabrina nur bis zu den Knöcheln hineinschafft. Am Abend gibt’s dann noch mal einen Sonnenuntergang am Strand des Campingplatzes, bevor die Check-In-Erinnerung für unseren letzten 45-minütigen Inselhopser aufleuchtet. Überrascht, dass uns kein einziges Huhn unter die Räder gekommen ist, verlassen wir also nach 3 Nächten auch Kauai wieder.

Kauai - wir koommen! Kauai - wir koommen!
Rooster Island. Rooster Island.
Ähm? Ähm?
Neues Glück. Neues Glück.
Pho Rückfall. Pho Rückfall.
Ikaika. Ikaika.
Disco disco Mattisani. Disco disco Mattisani.
Camping Bazar. Camping Bazar.
Waimea Canyon. Waimea Canyon.
Red Dirt Falls. Red Dirt Falls.
Gockoloris. Gockoloris.
Acai Bowl. Acai Bowl.
Blow Hole. Blow Hole.
Poipu Beach. Poipu Beach.
Bodying. Bodying.
Kauais Norden. Kauais Norden.
Abkühlung. Abkühlung.
Tunnel Beach. Tunnel Beach.
Tschüss Flipflops. Tschüss Flipflops.
F(l)ussbad. F(l)ussbad.
Foodtruckland. Foodtruckland.
Saimin & Fish and Chips. Saimin & Fish and Chips.
Was sonst? Was sonst?
Hungriger Matthias. Hungriger Matthias.
Surfboard Tortillas. Surfboard Tortillas.
Guten Morgen! Guten Morgen!
Ich bleib hier! Ich bleib hier!
Baba, Anahola Beach! Baba, Anahola Beach!

O’ahu

Fast schon Mitte Februar 2024. „Wie i mi freu, wenn ma die Amis los sind!“

Nachdem wir bei der Durchsage der Sicherheitsanweisungen beim Flug nach Honolulu darauf hingewiesen werden, dass das Signal unserer Schwimmwesten Haie anzieht und wir bei herabfallenden Sauerstoffmasken am besten zuerst mal so laut wie möglich schreien sollen, landen wir glücklicherweise ohne diesen Empfehlungen nachkommen zu müssen unversehrt auf O’ahu und holen erst mal unser drittes Mietauto in dieser Woche ab. Unser Programm für die Insel hält sich in Grenzen, denn von nahezu jedem, dem wir von unseren Plänen hinsichtlich unserer Inselhüpferei erzählen, hören wir: „Urgh. You can skip O’ahu.“ Und wir bemerken tatsächlich sofort, dass uns die Menschen- und Betonmassen sowie die Geschwindigkeit, mit der man hierzuinsel über die Highways rauscht, nach den entspannten und naturnahen Tagen der letzten Wochen fast ein bisschen überfordern.

Mit dem Wissen, dass O’ahu im Vergleich zu den anderen Inseln landschaftlich nichts allzu Besonderes mehr zu bieten hat, und mit nur 48 Stunden Zeit im Gepäck, verbringen wir den Nachmittag unseres Ankunftstags im Bishop Museum, um dort noch ein bisschen mehr über die hawaiianische Kultur und Geschichte zu erfahren. Noch ein weiteres Mal begeistert uns hier das, was wir auf den naturnahen Inseln so stark wahrgenommen haben: das Leben im Einklang mit der Natur, das sich in den Traditionen, im Glauben und der Mythologie der Hawaiianer:innen unmittelbar widerspiegelt.

An unserem einzigen zur Gänze zur Verfügung stehenden Tag in O’ahu erkunden wir dann North Shore, wo der letzte Surfwettbewerb für diese Saison ausgetragen werden soll. Wir erblicken hier aber leider nur wenige Surfer, da der Bewerb möglicherweise doch noch nicht begonnen hat oder die Wasserbedingungen nicht optimal sind. Aber alles halb so wild. Denn wir genießen am Sunset Beach noch einmal einen würdigen Hawaii-Abschluss mit riesigen Wellen, die uns immer wieder ins Meer hineinsaugen, um uns kurz darauf wieder mit Vollschub an Land zu spucken. Mit dem ersten Sonnenbrand auf unserer Reise kehren wir am späten Nachmittag nach Honolulu zurück, um dort am Waikiki Beach ein letztes Mal auf Hawaii einer unserer Hauptbeschäftigungen nachzugehen: der Sonne dabei zuzuschauen, wie sie bei ihrem Köpfler ins Meer, die Wolken in den schönsten Farben bepinselt.

Ein Blick auf unser Reisekonto verrät: Unsere 10 selbstversorgten Tage in Hawaii haben uns am Ende mehr als doppelt so viel gekostet wie 3 ½ Wochen Vietnam – wobei wir in Vietnam weder bei den Unterkünften noch beim Essen auch nur die geringsten Abstriche machen mussten. Mit einem kleinen Loch im Reisebudget, mit der Drohung, Matthias wegen „Herumlungerns“ (= Kaffeetrinken mit zwei pensionierten Schweizerinnen auf einer Treppe in der Straße vor dem Hostel) von der Polizei abführen zu lassen, mit vom vielen Zucker klirrenden Zähnen, einem von der Fastfoodküche revoltierenden Magen und einer Nase, die die von Frittierfett geschwängerte Luft nicht mehr ertragen kann, aber auch mit einem gigantischen Rucksack an unbeschreiblichen Erfahrungen setzen wir uns in Honolulu schließlich ins Flugzeug: ¡Arriba arriba, ándale ándale!

Luau Dip Combo. Luau Dip Combo.
Bishop Museum. Bishop Museum.
Surfin' Waikiki. Surfin' Waikiki.
Amerika - das Land der (Alb)Träume. Amerika - das Land der (Alb)Träume.
Dole Plantagen. Dole Plantagen.
Chocolate Haupia Cake. Chocolate Haupia Cake.
North Shore. North Shore.
Fish Tacos. Fish Tacos.
Zurück in Honolulu. Zurück in Honolulu.
Wo ist der Schatz? Wo ist der Schatz?

FlowerPower

Und hier noch eine „kleine“ Gallerie mit Bonusmaterial: Natur, Formen, Farben.
Ob’s uns da den Vogl aussighaut hat? – Sehr gut möglich! 😀

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Letzte Aktualisierung: 26.05.2024

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