Topf und Deckl

Ein Reis(e)block

VIETNAM

Im Land der Drachen und Suppentöpfe.


Hanoi

Beginn zweite Hälfte Dezember 2023. „Mir taugts da vui.“

Nach den dezent energieraubenden Abschlusstagen in Indien und dem wenig erholsamen 4,5-Stunden-Flug von Delhi nach Hanoi fühlt vor allem Matthias sich bei der Ankunft, als wäre er im Himmel gelandet. Aber lebend, nicht tot. Obwohl natürlich auch in Vietnam Stromanschlüsse, Kanalisation sowie die Verarbeitung von Ecken und Kanten an jedem Möbelstück und in jeder Räumlichkeit mitteleuropäischem Subsubstandard entspricht, kommt es uns in Hanoi nahezu steril vor. Auch die Spitzen des Geruchspanoramas beschränken sich nur mehr auf Fischsauce und gebratenen Knoblauch, vermengt mit einer Prise Abgase. Zudem streifen wir endlich unser Alien-Dasein ab und können völlig ungestört von starräugigen Blicken oder aufdringlichen Keiler:innen die mit Obst, Gemüse, undefinierbaren eingelegten Nahrungsmitteln oder für die baldige Zubereitung vorbereitete Zutaten gesäumten Straßen entlang schlendern. Und auch unser Gehörsinn kommt nun endlich etwas mehr in Urlaubsstimmung – das atonale indische Dauerhupkonzert wird durch vereinzelte von uns nahezu als glockengüldener Engelsgesang empfundene Huptönchen abgelöst.

Die ersten zwei Tage in Hanoi verschlafen wir erst mal – vor allem Sabrina ist nicht voll funktionstüchtig, nachdem sie sich von Indien gleich 3 Fieberblasen als Souvenir mitgenommen hat. Gegen Neu Delhi hatten unsere Ninja-Immunsysteme nicht die geringste Chance. Aber wo kann man sich besser mit Suppen bzw. kräftigen Phos wieder aufpeppeln als in Vietnam? Die Hauptbeschäftigung vom etwas schneller auskurierten Matthias besteht in Hanoi also erst mal darin, sich durch die Straßen zu kämpfen, dabei nicht zu viele Egg, Salt oder Coconut Coffees zu trinken, und auf die Jagd nach Hühnersuppe und frischem Obst zu gehen. Als dann auch Sabrina wieder im vollen Besitz ihrer Kräfte ist, gehen wir wieder gemeinsam auf die Pirsch. Sabrinas Aufgabe für das gemeinsame Ausschwärmen besteht dabei vor allem darin, den mit bis zum Boden hängender Zunge und seinen Speichelfluss kaum noch unter Kontrolle habenden Matthias davon abzuhalten, in die am Gehsteig aneinandergereihten Hot-Pot-Töpfe zu köpfeln und ihn immer wieder aufs Neue an die Grenzen der menschlichen Verdauungskapazitäten zu erinnern. Matthias ist ganz klar in seinem persönlichen Lieblingsschlaraffenland angekommen: die Kaffeekultur und der Fokus der Vietnamesen aufs Essen machen die Old Quarters von Hanoi zu seinem neuen Zuhause. Der zufriedene Grinser weicht Matthias für unseren gesamten Aufenthalt in Hanoi nicht mehr aus dem Gesicht. Was uns jedoch auffällt: während in Indien Fleischgerichte eher die Ausnahme auf der Speisekarte sind und sehr viele Lokalitäten sogar ausschließlich vegetarisch sind, ist hier die Auswahl an fleischlosen Gerichten eher beschränkt. Obwohl es in Hanoi außerdem nicht an Touristen mangelt, ist das Englische hier keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Nur gut, dass Sabrina ein paar Wochen vor unserer Abreise bereits damit begonnen hat, sich ein vietnamesisches Grundvokabular aufzubauen. Es reicht zwar nicht für echte Konversationen, aber es hilft jedenfalls, um sich auf unübersetzten Speisekarten oder an vietnamesischen Ticketschaltern zurechtzufinden. Für die Bestellung zeigen wir aber am Ende immer noch lieber mit den Fingern auf das gewünschte Gericht, um uns mit einem kleinen Fehler in der Aussprache statt Nudeln nicht Wimpern oder statt einem Fisch nicht eine Karaokemaschine zu bestellen. 

Xin chao! Xin chao!
Streetfood. Streetfood.
Pho Michelin. Pho Michelin.
Sticky Rice. Sticky Rice.
Egg Coffee. Egg Coffee.
Teatime. Teatime.
Sternenschlacht. Sternenschlacht.
Winterdesserts. Winterdesserts.
Dinnertime. Dinnertime.
Viet Nam Nam Nam. Viet Nam Nam Nam.
Outdoor Barbier. Outdoor Barbier.
Weihnachtsrummel. Weihnachtsrummel.
Weihnachtslutscher. Weihnachtslutscher.
Catbag. Catbag.
Hot Potthias. Hot Potthias.
Millionäre on Tour. Millionäre on Tour.


Halong

Präweihnachtlicher Dezember. „So vü Touris.“

Was mehr oder weniger ins Pflichtprogramm eines jeden Hanoi-Aufenthalts gehört, ist der Besuch der nicht allzu weit entfernten Halong-Bucht. Wir entscheiden uns – nach dem Taj Mahal in Indien – nun die zweite so richtig touristische Tour auf unserer Reise zu machen und buchen eine 2-Tages-Kreuzfahrt mit Übernachtung am Schiff. Und auch wenn wir in der Hoffnung auf einen weniger massenabfertigenden Ausflug ein Schiff mit nur 10 Kabinen gewählt haben, wird uns am Hafen gleich klar, dass wir auf dieser Fahrt wohl kaum die Möglichkeit haben werden, ein Foto der Bucht ohne einen anderen Mini-Kreuzer schießen zu können. Noch viel touristischer wird es, als wir uns durch die Höhlen oder auf die Aussichtspunkte auf den kleinen Halong-Inseln bewegen. Es wird allerdings auch schnell klar, warum es hier so wuselt: man kann sich einfach nicht an den aus dem Meer herausragenden Steinmassiven und der saftigen Vegetation satt sehen. Trotz des straffen Programms (Suprising Cave hier, Aussichtspunkt besteigen dort, Kajak fahren, Spring Rolls rollen, Happy Hour Cocktails trinken und natürlich oft und viel essen…) und den vielen Touristen an allen Ausstiegspunkten verbringen wir die kleine Kreuzfahrt in sehr netter Gesellschaft und handeln uns Einladungen nach Südfrankreich und Guadeloupe ein.

Unseren ursprünglichen Plan, noch in den Norden hochzustechen, haben wir auf der Kreuzfahrt in wahrsten Sinne des Wortes über Bord geworfen. Nachdem uns unsere Reiseführerin „Pink“ frische Bilder von Eisblüten in Sa Pa und Ha Giang gezeigt hat, wir aber bereits in Halong bemerkt haben, dass wir für die Kälte viel zu schlecht ausgestattet sind, haben wir spontan beschlossen, dass der Norden Vietnams wohl besser ein anderes Mal von uns bereist wird.

Im Anschluss geht‘s jedenfalls zurück nach Hanoi, um den Weihnachtsabend mit einem All-you-can-eat Wagyu-Hot-Pot zu begehen. Nach der 3. Nachbestellung kommt bereits der Wink mit dem Zaunpfahl in Form eines Weihnachtssackerl mit 3 Keksen – ob man wohl möchte, dass wir zur Nachspeise übergehen? Möglich. Aber Matthias ist nicht zu stoppen. Denn er ist auf Weihnachten programmiert, wo es zuhause beim Fondue auch nur eine Mission gibt: Wer am längsten essen kann! Als wir dann am Rückweg durch die dichten Menschenmassen kugeln, die viel mehr den Sonntag als Weihnachten zelebrieren, geben wir uns noch für circa 30 Sekunden das große Weihnachtsspektakel mit viel schiefem Gesang am Kathedralenplatz, um uns kurz darauf von Weihnachten 2023 und am nächsten Tag auch von Hanoi zu verabschieden.  

Schiff ahoi! Schiff ahoi!
Boarding. Boarding.
Unser Nest. Unser Nest.
Einstandslunch. Einstandslunch.
Tag I. Tag I.
Wuchtig buchtig. Wuchtig buchtig.
Erster Landgang. Erster Landgang.
Sunlight Cruises. Sunlight Cruises.
Zweiter Landgang. Zweiter Landgang.
Kitschig. Kitschig.
Happy Hour. Happy Hour.
Rollen rollen. Rollen rollen.
Tag II. Tag II.
Schlupflöcher. Schlupflöcher.
Plan B. Plan B.
Ob zu zweit - Ob zu zweit -
oder in der Gruppe. oder in der Gruppe.

Ninh Binh & Trang An

Postweihnachtlicher Dezember 2023. „Endlich a bissl ruhiger.“

Nach dem Großstadttrubel in Hanoi wechseln wir auf 2 klapprige Drahtesel, um durch die naturbelassene und vom Massentourismus noch nicht ganz erschlossene Gegend von Trang An und Ninh Binh zu strampeln und zu rollen. Dort erfreuen wir uns an grünen Schilfgürteln, gewaltigen Bergmassiven und den sich gemütlich dahinschlängelnden Flussläufen. Die Uhren ticken hier eindeutig anders.

Auch an unserem zweiten Tag schwärmen wir wieder mit den Rädern aus, um die wasserreichen Ebenen des Landschaftskomplexes Trang An zu erkunden, wo wir mit einem kleinen Bamboo-Boot durch Tropfsteinhöhlen hindurch rudern und an einigen wunderschönen Wassertempelanlagen anlegen. Anschließend begeben wir uns noch über 500 Stufen zu einem aus Stein gemeißelten Drachen, der sich über den Kamm des Hang Mua erstreckt. Am Aussichtspunkt angelangt treffen wir dann doch noch auf haufenweise Selfie-Expert:innen, die sich alle mit dem Drachenkopf ablichten wollen und sich dabei schweißüberströmt und mit erschreckend ungeschickten Schritten gegenseitig überklettern. Wir wählen daher den freieren Weg zum Schwanz des Drachens, von dem aus man eine unglaubliche Aussicht genießen kann … zumindest solange man das Menschengewusel am Rande des eigenen Blickfeldes gut ausblendet.

Auf die Radln. Auf die Radln.
Trang An - wir kommen! Trang An - wir kommen!
Höhlentour. Höhlentour.
Wassertempel. Wassertempel.
Die Natur findet immer ihren Weg. Die Natur findet immer ihren Weg.
Der Drachenkönig. Der Drachenkönig.
Mattarazzo. Mattarazzo.
Tempelinnereien. Tempelinnereien.
Ahnenkultur. Ahnenkultur.
Ding Dong. Ding Dong.
Blub. Blub.
Finde den Fehler. Finde den Fehler.
Ohne Boot kein Gebet. Ohne Boot kein Gebet.
Zurück an Land. Zurück an Land.
Imbiss. Imbiss.
Hang Mua. Hang Mua.
Drachenbändiger. Drachenbändiger.
Seerosengarten. Seerosengarten.
Letzte Stärkung. Letzte Stärkung.
Geschmäcker sind verschieden. Geschmäcker sind verschieden.


Hue

Fast schon Ende Dezember 2023. „Hm…der Regen nervt.“

Für unsere Fahrt in die 570km weiter südlich gelegene Stadt Hue buchen wir zum ersten Mal auf unserer Reise einen Nachtbus. Nachdem der luxuriöse VIP-Bus mit einer Stunde Verspätung am Abholort ankommt, will man uns zuerst nicht mitnehmen, weil wir angeblich nicht auf der Passagierliste sind, und dann auch noch gemeinsam in eine Koje stecken, obwohl wir 2 Tickets bezahlt hatten. Als wir in der Nacht für eine Polizeikontrolle anhalten mussten, dann an einem anderen, als dem uns mitgeteilten Zielort „ausgesetzt“ wurden, und das Buspersonal schließlich auch noch den Eindruck machte, als wollte es vor den uns am Ausstieg erwartenden Polizisten flüchten, wussten wir, dass wir es wohl mit ein paar vietnamesischen Schlitzohren zu tun hatten. Aber naja. Wir sind zumindest in der richtigen Stadt angekommen.

Hue selbst erwartete uns mit grauem Himmel und pausenlosem Regen. Unsere kulturelle Erweiterung beschränkte sich daher auf einen Spaziergang rund um die Mauern der Zitadelle. Nicht mal der selbsternannte Tourguide mit den in seinem Notizbuch handgeschriebenen Reviews von Österreicher:innen, die seine Sightseeing-Tour in Anspruch genommen hatten, konnte uns davon überzeugen, im Regen auf sein Moped zu steigen, um uns die Thien-Mu-Pagode, die Grabmäler der ehemaligen Kaiser oder den mächtigen Parfumfluss zu zeigen. Unser 2-tägiger Aufenthalt beschränkte sich daher darauf, Kaffee zu trinken, gut zu essen, uns von der Busnacht zu erholen, Blog zu schreiben und Recherche für die nächsten Wochen zu betreiben.

Nachtbus. Nachtbus.
Die Kaiserstadt. Die Kaiserstadt.
Blogtime. Blogtime.

Hoi An

Ende Dezember 2023. „Moi, wie liab.“

In der Hoffnung, dass Petrus, Thor, Jupiter, Zeus, Ba‘al oder alle gemeinsam ein bisschen weiter südlich etwas milder gestimmt sein würden, begeben wir uns nach Hoi An. Schnell wird uns klar, warum diese Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Und bei schönem Wetter kann man sie bestimmt so richtig genießen. Doch auch hier werden wir von den Wettergöttern von früh bis spät nur mit Schlechtwetter beschenkt. Weder uns, noch unserer mittlerweile permanent feuchten Wäsche wird eine Trockenpause gegönnt. Nachdem wir unser kleines, aber feines, Appartement mit unseren nassen Socken und Hosen in einen tropischen Regenwald umgewandelt hatten, sich ein erster Lagerkoller bemerkbar machte, und langsam etwas Stress aufkam, weil wir in weniger als 2 Wochen in Hawaii sein würden, aber bisher noch niemanden gefunden hatten, der uns als „Workawayer“ aufnehmen würde, wussten wir, dass nur eines unsere Laune wieder ein bisschen heben würde: Strand und Sonne!

Hafenstädtchen. Hafenstädtchen.
Lampions, oh Lampions. Lampions, oh Lampions.
Klein und fein. Klein und fein.
Boxenstop. Boxenstop.
Kabelsalat. Kabelsalat.
Happy Buddha. Happy Buddha.
Grün gewinnt. Grün gewinnt.
Apropos Grün. Apropos Grün.
Blog-Update. Blog-Update.
Massagezeit. Massagezeit.

Nha Trang

Anfang Jänner 2024. „Русский Майами“.

Da wir uns ja geschworen hatten, keine Liegesitzbetten-Nachtbustour mehr zu buchen, reservierten wir uns für die nächsten 530km Richtung Süden zwei Liegebetten in einem Nachtzug. Als Seitenschläfer entscheiden wir uns unseren Schultern zuliebe für die 1. Klasse, die im Gegensatz zur 2. Klasse mit „soft beds“ ausgestattet sein soll. Mit den nicht besonders positiven Zug-Rezensionen im Hinterkopf, hoffen wir auf eine halbwegs angenehme Nacht. Damit, dass hierzulande Bettlängen, Sitzreihenabstände, Raumhöhen und jegliche Art von Durchgängen (logischerweise) nur an vietnamesische Durchschnittskörper – die in etwa einem mitteleuropäischen 10-Jährigen entsprechen – angepasst sind, haben wir uns bereits abgefunden.

Der Zug packt uns um 00:30 mit 1h Verspätung ein. Ein erstes Plus: die Abteile sind hier nicht durch Vorhänge, sondern durch feste Wände getrennt – Yei! In unserem 4er-Abteil schläft auf den unteren Betten bereits eine 4-köpfige Familie. Möglichst lautlos huschen wir in die beiden oberen Betten, stellen dabei fest, dass sich der Weichheitsgrad der Betten leider nur auf den vietnamesischen Härtestandard bezieht und fragen uns, ob man in der 2. Klasse womöglich direkt auf dem Hartplastik oder der Holzlatte liegt, sagen noch schnell einer Kakerlake, die über unsere Köpfe huscht, Gute Nacht und versuchen unsere Decken, die wir lieber nicht bei Tageslicht sehen wollen, als Schild gegen die Klimaanlage zu verwenden, die uns mit Polarwinden aus ihrer Lunge den Kampf ansagt. Der Zug schwankt, Sabrina schläft semi-gut, Matthias schlecht. Nach maximal 5 Stunden Halbschlaf, wecken uns die zwei Kleinkinder mit regelmäßigen Heulausbrüchen im Spielzeugkampf. Während ihren Waffenstillständen schaffen wir es, immer wieder einzuschlafen. Nachdem es keine englischen Durchsagen gibt, überprüfen wir unseren Standort immer wieder auf Google Maps, und bewegen uns noch eine Zeitlang zwischen Traumwelt und echter Welt hin und her – bis wir beim nächsten Blick auf Google Maps entdecken, dass wir uns gerade von unserem Zielbahnhof Richtung Süden bewegen. Die Familie aus unserem Abteil bestätigt uns leider, dass wir tatsächlich gerade unseren Ausstieg verpasst haben. Nächster Stopp: 100km südlich. Sabrina fühlt sich unsanft sofort in die echte Welt katapultiert. Matthias fragt aus verschwollenen Augen, wie lange er noch weiterschlafen kann und dreht sich wieder um. 1,5 Stunden später packen wir uns für den Ausstieg zusammen. An der Zugtür möchte der Schaffner unsere Bettennummer wissen, hakt uns auf seiner Wagonliste, zückt sein Handy, fragt per Google-Übersetzer„Why did you not go down in Nha Trang?“ und akzeptiert unsere müden Gesichter und unser entschuldigendes Schulterzucken als Antwort. Unser Glück im Unglück: Der nächste Zug zurück nach Nha Trang fährt 5 Minuten später am gegenüberliegenden Bahnsteig ein und das Zugpersonal, dem wir irgendwie zu verstehen geben, dass wir unseren Ausstieg mit dem Zug in die andere Richtung verpasst hatten, lässt uns gratis wieder zurückfahren. So sieht man auch was vom Land.

Am Tag unserer Ankunft ist übrigens Silvester. Wir erkunden die Gegend, gehen Billard spielen, essen Japanisch und ergeben uns bereits vor dem mitternachtlichen Jahreswechsel dem Kampf gegen die Müdigkeit. Nachdem wir auch von keinem Feuerwerk oder ähnlichem Böllerlärm geweckt werden, rutschen wir also schlafend und sicher ins das neue Jahr. In Nha Trang verbringen wir ein bisschen Zeit am Strand, wobei die etwas ungünstig platzierten Wolkenkratzer den Stränden ab dem frühen Nachmittag die Sonne verwehren. An einem Nachmittag schauen wir uns daher dann doch lieber einen Hindu-Tempel an und an einem anderen Tag mieten wir uns ein Moped, um zu den nahegelegenen Bo-Ha-Wasserfällen zu fahren. Von der Schönheit der Gegend komplett überwältigt klettern wir über Felskolosse und an Wasserläufen und Wasserfällen vorbei sowie (mit dem Rucksack über Kopf) durch schultertiefe Gewässer hindurch von einem Wasserbecken zum jeweils nächsten. Zwischendurch regnet’s immer wieder, aber wer trocken von Wasserfällen zurückkommt, hat ja sowieso was falsch gemacht…

Tschuutschuu. Tschuutschuu.
Viet-Style Busstation. Viet-Style Busstation.
Strand & Sonne. Strand & Sonne.
Nha Trang Beach. Nha Trang Beach.
Russki Grusski. Russki Grusski.
Ein kleines Match zum Jahreswechsel. Ein kleines Match zum Jahreswechsel.
DOZO! DOZO!
Ein bisserl Kultur. Ein bisserl Kultur.
Dr. Matthias. Dr. Matthias.
OP missglückt. OP missglückt.
BOMB. BOMB.
Streetfood again. Streetfood again.
Mopeto. Mopeto.
Bo Ha. Bo Ha.
Schwindeloni. Schwindeloni.
Optischer Genuss. Optischer Genuss.
Hinkelstein. Hinkelstein.
Immer weiter. Immer weiter.
Geschafft! Geschafft!
Ayayayayaaaa. Ayayayayaaaa.
Aus der Episode "Geschmäcker sind verschieden". Aus der Episode "Geschmäcker sind verschieden".
Achja. Achja.

Mui Ne

Späterer Anfang Jänner 2024. „Sag amal, sind wir hier die einzigen Gäste?“

Mit einem interessanten, aber wiederum nicht für unsere Körper ausgelegten Bus bewegen wir uns nach 4 Tagen Nha Trang Richtung Süden zu unserem nächsten Ziel Mui Ne weiter. Wie immer in den lokalen Verkehrsmitteln dürfen wir dabei synchron an den auf voller Lautstärke aufgedrehten Handyvideos sowie an vielerlei auf Lautsprecher gestellten Telefonaten der Einheimischen teilhaben. Unsere verhältnismäßig teure Unterkunft mit Meerzugang klang eigentlich sehr vielversprechend, doch schnell stellte sich heraus, dass sich die Natur in den letzten Jahren den ehemaligen Strand des kleinen Hotels einverleibt hatte und man in 5 Jahren vermutlich direkt vom Balkon der Seaview-Zimmer ins Meer köpfeln kann. Unser nettes Zimmer mit Balkon ragte hingegen leider auf die Hauptstraße hinaus, wobei uns weniger die coolen Jungs mit ihren aufheulenden Motoren bei der nächtlichen Spritztour malträtierten, als vielmehr die Karaoke-Sänger:innen des Gasthauses nebenan mit ihren schiefen Tönen. Resortwechsel war also angesagt!

Mui Ne an sich ist ein ziemlich ausgestorbener ehemaliger Touristen-Hot-Spot, in dem es nur für Kitesurfer etwas zu holen gibt – guten Wind. Wo sich laut Gespräch mit einer Restaurantbesitzerin früher Backpacker, die kein Zimmer reserviert hatten, aufgrund von übervollen Hostels und Hotels Hängematten kaufen mussten, um zwischen Palmen am Strand ihr nächtliches Lager aufzuschlagen, reihen sich seit der Covid-Pandemie leer stehende und teilweise sehr heruntergekommene Resorts aneinander, deren meist beherbergte Lebewesen Nagetiere sind. Auch in dem zweiten Hotel, in dem wir unterkommen, sind wir so ziemlich die einzigen Gäste, bis auf ein paar Kinder im Pool, die aber offensichtlich zum Personal gehören.

Aber gut: wir wollten Ruhe und hier haben wir sie. Wir entspannen daher einfach am Hotelpool, kicken die nächsten Blogabschnitte raus, absolvieren (erfolgreich!) zwei „Castings“ per Videoanruf mit potentiellen Gastgeber:innen in Hawaii, und gehen wie ein deutsches Pensionistenpaar zu Mittag und am Abend jeweils zum gleichen zuverlässig guten, kleinen Lokal, weil wir (nach verkochten Ketchup-Nudeln und Packerl-Suppe beim Restaurant nebenan) keine Lust mehr auf große Experimente haben. An einem unserer Mui-Ne-Tage leihen wir uns dann aber doch ein Moped aus, um die Attraktionen der Gegend zu besuchen: die roten bzw. gelben Sanddünen und den Fairy Stream. Beides so wie der Ort an sich nicht unbedingt eine Reise wert, aber wenn man schon mal da ist, eine willkommene Abwechslung zum Liegestuhl im Resort.

Ab nach Mui Ne. Ab nach Mui Ne.
Sitzsärge. Sitzsärge.
Resortleben. Resortleben.
Lacheln oder Lächeln. Lacheln oder Lächeln.
Rot. Rot.
Fischerdorf. Fischerdorf.
Fairy Stream. Fairy Stream.
Stärkung. Stärkung.
Pack ma's. Pack ma's.

Ho Chi Minh

Ende erstes Drittel Januar 2024. „Okay, dann mach‘ ma halt noch amal an Touristenschas.“

Mit unserem ersten „normalen Sitzbus“ auf unserer Reise durch Vietnam fahren wir von Mui Ne nach Ho Chi Minh. Der Stau, der uns in die Stadt begleitet, verrät uns, dass unsere letzten Tage in Vietnam noch mal gedrängt, laut und hektisch werden könnten. Wie in den anderen von uns besuchten größeren Städten, fällt auch hier wieder auf, dass Ampeln nichts weiter als bunte Straßendeko und offensichtlich optionaler Natur sind. Zwei Tage später bekommen wir auf einer Tour noch mal von der einheimischen Reiseleitung die Bestätigung für das Gesetz auf vietnamesischen Straßen: „No Police – no rules!“. Aber alles kein Stress mehr für uns. Denn mittlerweile sind wir schon Meister:innen darin, furchtlos über die Straßen zu gehen und darauf zu vertrauen, dass auch jene zwei Mopeds, die augenscheinlich geradewegs auf unsere Kniescheiben zusteuern, im letzten Moment irgendwie ihren Weg um uns herum finden werden. Nur nicht stehenbleiben, ist die Devise!

Matthias steigt jedenfalls wieder mit einem fetten Grinser im Gesicht aus dem Bus. Denn was hier sofort auffällt: Alles dreht sich wieder nur ums Essen! Es eröffnet sich uns ein überwältigendes Angebot an Straßenküchen und Restaurants, und Matthias kämpft mit seinem Speichelfluss. Die dicke Luft in Ho Chi Minh steht, es hat über 34 Grad, der blaue Himmel bleibt verdeckt und Matthias stellt mit 4 Duschgängen an einem Tag seinen neuen persönlichen Duschrekord auf. Schuld ist jedoch nicht nur das Wetter, sondern natürlich die genialen Suppen und die vielen Chilis, die wir uns zum Abschied von der vietnamesischen Küche reinziehen. Mit unserer ersten Unterkunft, die zwar zuckersüß eingerichtet ist, hatten wir leider Pech, da unsere Nasen leider ganz und gar nicht für das Kanalisationsodeur geschaffen sind, das jeden einzelnen Sauerstoffpartikel in dem Apartment fest im Griff hat. Man lässt uns freundlicherweise kostenfrei stornieren und wir finden noch eine sehr viel angenehmere Airbnb-Bleibe, wo Sabrina (hört, hört!) es sogar schafft, ein (zwar nur sehr kleines) Kapitel ihrer Masterarbeit fertigzuschreiben und abzuschicken.

Den zweiten Tag unseres kurzen Aufenthalts in Ho Chi Minh nutzen wir dann, um noch mal aus dem Großstadttrubel zu flüchten und ein letztes bisschen vietnamesische Geschichte und Natur mitzunehmen. Wir wagen uns ein letztes Mal auf eine Touri-Tour, die uns zuerst in die Cuchi-Tunnelsysteme führt, wo wir vielerlei über die strategisch einfallsreiche Kriegsführung der Einheimischen im Vietnamkrieg erfahren. Der zweite Teil des Ausflugs erinnert dann mehr an eine Art Kaffeefahrt, bei dir wir am Mekong-Delta von einer Kokosnusszuckerlfabrik, über eine Bienenfarm und Schokoladenausstellung, zu einer Früchteverkostung mit volkstümlichem Gesang geschleppt werden. Jedes Mal wieder enttäuscht jedoch unsere 8-köpfige und nicht besonders kauffreudige Kleingruppe die Verkäufer:innen – das große Geld machen sie mit uns leider nicht. Denn nach 3 Wochen Vietnam kennen wir die landesüblichen Preise und können daher gut darauf verzichten, hier eines der Produkte zu kaufen, das angeblich so günstig wie nirgend woanders im Lande zu erhalten ist. Bla. Am Ende erleben wir aber zumindest noch einen versöhnlichen Abschluss, als wir in ein kleines labiles Bötchen steigen und durch enge Wasserkanäle rudern, die uns wieder etwas näher an Natur und Mekong-Delta-Bewohner:innen bringen. Wir bekommen jedenfalls das Gefühl, dass man für das Mekongdelta einfach ein paar Tage Zeit mitbringen sollte und die Umgebung dort am besten ohne jegliche Reiseleitung genießen sollte.

Und auch wenn Vietnam uns landschaftlich sowie kulinarisch mehr als 3 wunderschöne Wochen beschert hat, merken wir, dass wir schön langsam wirklich reif für die Insel sind. Denn seit wir ein paar Tage vorher die fixe Zusage unserer Gastfamilie in Hawaii bekommen haben, ist unser Kopf bereits mehr in Hawaii als hier. Es wird also Zeit, dass wir auch unsere Körper per Luftpost nachschicken!  

Ho Chi Minh.
Walking street.
Matthias´ persönliche Hölle.
Cuchi.
Klappe zu.
Affe tot.
Tunnelsystem Deluxe.
Reisblätterproduktion.
Aperitivo.
Mittagstisch.
Mekong-Delta.
Kaffeefahrt Stop I.
Kaffefahrt Stop II.
Kaffefahrt Stop III.
Aber NIX DA.
Mutige Bestellung.
Baba Little Vietnam.
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Letzte Aktualisierung: 26.05.2024

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